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Tuberkulose-Impfstoff geht in klinische Prüfung

Nach mehr als 80 Jahren wird in Deutschland zum ersten Mal ein viel versprechender Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose am Menschen geprüft.

Ein Ausschnitt des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop.

Das teilten das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (MPI/Berlin) und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (Braunschweig) mit.

An Tuberkulose erkranken laut MPI jährlich weltweit neun Millionen Menschen, zwei Millionen sterben daran.

Damit ist Tuberkulose neben Aids die gefährlichste Infektionskrankheit. Viele Tuberkulosestämme sind inzwischen resistent gegen einen herkömmlichen Impfstoff und verschiedene Medikamente.

Seit dieser Woche werde der neue Impfstoff mit der Bezeichnung "VPM1002" in einer ersten Studie (klinischen Phase I) in Neuss an freiwilligen Probanden auf seine Sicherheit getestet, berichteten die Forschungsinstitute. "VPM1002" basiere auf einem seit 1921 verwendetem Impfstoff.

Er sei gentechnisch so weiter entwickelt worden, dass er eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien im Tierversuch deutlich wirksamer verhindere, als sein Vorgänger.

"Der neue Impfstoff baut auf dem weltweit am häufigsten verabreichten Lebendimpfstoff Bacille Calmette-Guérin (BCG) auf", erläuterte Stefan Kaufmann vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie.

Das alte Lebendimpfstoff könne sich vor dem Immunsystem verbergen. Der neue sei nun gentechnisch so verändert, dass er sich vor dem Immunsystem nicht mehr verstecke, sondern die körpereigene Abwehr stimuliere.

Bei Versuchstieren sei der Impfstoff wirksam und sicher gewesen. Diese Wirkung soll nun auch am Menschen nachgewiesen werden. Bis zur endgültigen Zulassung des Impfstoffes werden, so schätzt Kaufmann, noch mindestens 10 Jahre vergehen.

Die Arbeit wurde vom Bundesforschungsministerium gefördert. Es stellt der Vakzine Projekt Management GmbH von 2001 bis 2010 25,6 Millionen Euro zur Verfügung. Diese organisiert und finanziert bundesweit die Entwicklung von Impfstoffen.