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Selim Biçûk (Rêzimanê Kurdî)

Das Buch handelt von der Kurdischen Sprachgebrauch wie die Grammatik, der Allgemeinen Aufbau der Kurdischen Sprachfunktion und so wie Schreibweise und Aussprache.

 

 

 

 
 

Kurmandschi (aus Wikipedia)

Die Kurdische Sprache:

Kurmandschi (kurdisch Kurmancî oder Kurdmancî) ist die am weitesten verbreitete kurdische Sprache, die in der Türkei, Syrien, Irak und in Iran, sowie in Armenien, Libanon und in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken gesprochen wird. Unter den Kurdologen ist für Kurmandschi auch die Bezeichnung Nordkurdisch geläufig.

Kurmandschi bildet mit Sorani (Zentralkurdisch) und Südkurdisch die kurdischen Sprachen. Unter diesen Sprachen bestehen obwohl sie zur gleichen Untergruppe gehören Unterschiede in Aussprache, Wortschatz und Grammatik. Zudem wird das Sorani-Kurdisch im Gegensatz zum Kurmandschi gewöhnlich mit arabischen Schriftzeichen geschrieben.

Klassifikation

  • Indogermanische Sprachen
    • Indoiranische Sprachen
      • Iranische Sprachen
        • Westiranische Sprachen
          • Nordwestiranische Sprachen
            • Kurdisch-Zentraliranische Sprachen
              • Kurdische Sprachen
                • Kurmandschi

Politische Situation der Sprache

Die Geschichte der Sprache reicht bis zur altiranischen Zeit zurück. Damit erklärt sich auch die große Verwandtschaft zur avestischen Sprache.

Kurmandschi als Literatursprache

Kurmandschi ist der am weitesten verbreitete Dialekt der kurdischen Sprache. Er wird in Syrien fast ausschließlich, in der Türkei deutlich überwiegend und teilweise im Irak und Iran benutzt. Kurmandschi wird seit den 1930er Jahren mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Das Alphabet ist an das türkische angelehnt.

Grammatik

Das Nordkurdisch wird vorwiegend im kurdisch-lateinischem Alphabet geschrieben. Von den 31 Buchstaben, deren Aussprache weitgehend mit der Schreibung übereinstimmt, sind acht Vokale (a e ê i î o u û) und 23 Konsonanten (b c ç d f g h j k l m n p q r s ş t v w x y z).

Kleinbuchstaben: a b c ç d e ê f g h i î j k l m n o p q r s ş t u û v w x y z
Großbuchstanben: A B C Ç D E Ê F G H I Î J K L M N O P Q R S Ş T U Û V W X Y Z

Daneben gibt es im Nordkurdischen noch den Digraph Xw.

Buchstabe

Lautwert

Beschreibung

a

[a]

wie dt. a in "Rasen"

b

[b]

wie dt. b

c

[dʒ]

wie dsch in "Dschungel"

ç

[tʃ]

wie tsch

d

[d]

wie dt. d

e

[ɛ]

kurzes offenes e, wie dt. "ä" in "hätte"

ê

[e]

langes geschlossenes e wie in "Sehne"

f

[f]

wie dt. f

g

[g]

wie dt. g

h

[h]

wie dt. h

i

[ə]

kurzer Schwa-Laut, wie das e in dt. "Pause"

î

[i]

wie in dt. Liebe

j

[ʒ]

wie in das j in "Journal"

k

[k]

wie dt. k

l

[l]

wie dt. l

m

[m]

wie dt. m

n

[n]

wie dt. n

o

[ɔ]

wie in dt. "offen"

p

[p]

wie dt. p

q

[q]

weit hinten im Rachen gebildetes k, im dt. ohne Entsprechung

r

[r]

gerolltes Zungenspitzen-r

s

[s]

immer stimmlos, wie in "Ast"

ş

[ʃ]

wie dt. sch

t

[t]

wie dt. t

u

[ʊ]

wie engl. u in "kurd"

û

[u]

langes deutliches u, wie in dt. "Uhr"

v

[v]

wie dt. w

w

[w]

wie engl. w in "week"

x

[χ]

wie dt. ch in "Bach"

y

[j]

wie dt. j in "Jacke"

z

[z]

stimmhaftes s wie in "Sonne"

(Im Kurmandschi gibt es zwei verschiedene Formen von Buchstaben wie "p", "t" und "k", die im lateinischen Alphabet nicht unterschieden werden, sich in ihrer Aussprache aber unterscheiden.)

Kasusformen

Das Nordkurdisch unterscheidet nur zwei Fälle, nämlich den Subjektfall (Casus rectus) und den Objektfall (Casus obliquus) und verfügt damit über eine Zweikasusflexion. Der Casus rectus entspricht dem deutschen Nominativ, während der Casus obliquus Funktionen übernimmt, die in anderen Sprachen üblicherweise mit dem Genitiv, dem Dativ, dem Akkusativ und dem Lokativ ausgedrückt werden. Im Nordkurdischen existiert neben dem (Casus rectus)und dem (Casus obliquus) auch der Vokativ.

Casus rectus der Personalpronomen:

Nordkurdisch

Deutsch

Ez

Ich

Tu

Du

Ew

Er/Sie/Es

Em

Wir

Hûn

Ihr

Ewan

Sie

Casus obliquus der Personalpronomen:

Nordkurdisch

Deutsch

Min

Meins, mir, mich

Te

Deins, dir, dich

Seins, ihm, ihn

Ihrs, ihr, ihr

Me

Unsers, uns, uns

We

Euers, euch, euch

Wan

Ihrs, ihnen, sie

Tewang

Wenn ein Wort näher bestimmt wird, so wird das Wort über eine Tewang (Hinzufügung) mit dem Bestimmungswort verbunden.

Beispiel:

  • Mal = Haus
  • Mein Haus = Mala min

Die Tewang (persisch Ezafe) gibt es im Singular für männliche und für weibliche und im Plural nur in einer Form. Darüber hinaus gibt es auch ein Casus rectus und ein Casus obliquus der Tewang.

Tewangformen im Casus rectus

Männlich Singular

Weiblich Singular

Plural

ê

a

ên

Beispiele:

Tewangformen im Casus rectus

  • Deine Liebe - Evîna te
  • Sein Name - Navê
  • Unsere Kinder - Zarokên me

Tewangformen im Casus obliquus

Männlich Singular

Weiblich Singular

Plural

î

ê

an

Die Tewang im Casus obliquus wird benötigt, um Substantive in den Casus obliquus zu setzen Beispiele:

  • Das Haus des Mannes - Mala mêrî
  • Das Kleid der Frau - Kirasê jinê
  • Heimat der Kurden - Welatê Kurdan

Nominale Kategorien

Das Nomen (Substantiv, Adjektiv, Pronomen) des Nordkurdischen besitzt folgende Kategorien:

Nr

Kategorie

Realisierungen

1

Genus

Maskulinum (m) / Femininum (f)

2

Numerus

Singular (sg) / Plural (pl)

3

Kasus

primär: Rectus / Obliquus; sekundäre Kasus vom Obliquus abgeleitet

4

Definitheit

bestimmt (unmarkiert) / unbestimmt (markiert)

5

Attributierung

siehe unten

Präsens

Das Präsens wird im Kurdischen durch das Anhängen eines Präfixes di- und der Personalendung gebildet.

Beispiel „gehen“, dessen Stamm in Kurdisch -ç- ist:

  • Ich gehe - Ez diçim
  • Du gehst - Tu diçî
  • Er/Sie geht - Ew diçe
  • Wir gehen - Em diçin
  • Ihr geht - Hûn diçin
  • Sie gehen - Ewan diçin

Futur

Für das Futur wird anstatt di- das Präfix bi- benutzt. Darüber hinaus wird dem Substantiv eine Endung angehängt, die aber unbetont ist. Oft ist es -ê, im Schriftkurdischen werden dê und wê bevorzugt, die getrennt geschrieben werden.

Beispiel:

  • Ich werde gehen - Ezê biçim
  • Sie wird gehen - Ew dê bice (Schriftkurdisch)

Ergativ

Das Nordkurdische ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die Ergativ benutzen. So steht bei der Vergangenheitsbildung das Agens bei transitiven Verben nicht im Casus rectus, sondern im Casus obliquus.

Beispiel:

  • MinCasus obliquus tuCasus rectus dîtî = Ich sah dich

Aber:

  • EzCasus rectus çûm = Ich ging

Hier steht das Agens im Casus rectus, weil „gehen“ ein intransitives Verb ist.